NEIN-sagen muss man sich auch leisten können

 

Auslöser für diese Gedanken war eine Anfrage für einen Resilienz-Workshop.
Ohne ins Detail gehen zu wollen, lag das Angebot finanziell weit unter unserer Kalkulation.
Wir haben also abgesagt. Irgendein Kollege oder eine Kollegin hat aber offensichtlich zugesagt.
Wir kennen die Gründe dafür nicht.

Aus vielen Gesprächen wissen wir aber, dass viele keine andere Wahl haben. Die Vermieter, die Familie, die Lebenshaltungskosten und mangelnde Alternativen im Augenblick zwingen zum JA.
 

Ist das jetzt ein Problem, das vornehmlich uns Freiberufler betrifft?
Wir glauben nicht.


Auch Arbeitnehmer*innen bekommen nicht immer das Gehalt, das sie sich erwarten. Je größer das Heer der qualifizierten Arbeitssuchenden, je attraktiver der eigene Beruf und die Region desto schwieriger wird es, zu einem Arbeitgeberangebot NEIN zu sagen.
 

Doch nicht nur im beruflichen Umfeld treffen wir auf dieses Phänomen. Wer die Verantwortung für eigene Kinder trägt, geht sicherlich weniger Risiken ein.
Wer sehr starke emotionale Bindungen hat, kann es sich nur schwer erlauben, den Freund*innen oder Eltern einen Gefallen abzuschlagen.

 

Ist das eigentlich alles schlimm? Ganz ehrlich wissen wir es nicht. Das ist bei jedem unterschiedlich.
Auf jeden Fall gilt: Das sind die Regeln, nach denen Leben stattfindet. Es ist, wie es ist.

Was kann helfen, mit diesen Situationen umzugehen?

Finanzielle Reserven, realistische Erwartungen, ein tragfähiges Netzwerk, Verteilung der Verantwortung in Partnerschaften.

 

All das funktioniert nur schwer in der Krise und unter Zeitdruck.
Das Netzwerk an sich nützt nichts, wenn ich kein Vertrauen in die Belastbarkeit habe und deshalb nicht um Hilfe bitte. Tragfähige Kontakte festigen sich über die Zeit und mit gemeinsamen Erlebnissen.


Wir können noch so hohe Einnahmen haben. Wenn die Ausgaben immer im Gleichschritt mitwachsen, verlieren wir unsere Flexibilität und habe auch keine Möglichkeiten, Reserven anzusparen.


In Unternehmen, Partnerschaft und Familien müssen die unterschiedlichen Bedürfnisse und Möglichkeiten immer wieder neu verhandelt werden. Das geht nicht konfliktfrei.

Aber, und auch das ist eine Regel: Es geht, wenn wir losgehen. - Damit kann 2019 losgehen!

 
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