Extra- und Introversion als Quell täglicher Missverständnisse

Folge 1: Woran denkst du gerade?

 

„Hallo? Hallo?!! Was denkst du gerade? Sag was!“
Wie kommt es zu so einer Situation?

Ich war mal wieder in die Tiefen meines Gehirns abgetaucht. Peter dagegen bestand auf die von ihm bevorzugte Art zu kommunizieren: schneller Austausch mit größtmöglichem Input (seinerseits).
 

Hier treffen nicht nur unterschiedliche Kommunikationsstile sondern auch Kommunikations-bedürfnisse aufeinander. Ich kann gut mit mir allein sein. Bin nicht auf andere Menschen angewiesen, um mich wohl zu fühlen. Schon als Kind fiel mir das leicht und führte dazu, schon früh eine gewisse Autonomie zu entwickeln.

Das hat sich im Grunde nicht verändert - meist genüge ich mir selbst. Es gibt immer etwas zu reflektieren, zu lesen, einzuordnen, zu beobachten, zu vertiefen, neu zu entdecken…..

Kurz gesagt, es ist recht angenehm und bequem, in der eigenen Routine und im eigenen Kopf eingerichtet zu sein - so eine Art persönliche Wohlfühloase.
 

Im Kontakt und in der Zusammenarbeit mit  anderen Menschen - vor allem, wenn sie eher extrovertiert sind - kann das befremdlich sein. Denn leise Menschen sind es gewohnt, erst mal in Deckung zu bleiben und die gewohnte Routine auch im Kontakt mit anderen anzuwenden:
 „Fangt schon mal an. Das ist ja interessant. Stimmt das so? Kann ich das glauben? Könnten andere das glauben? Wie finde ich das? Was ist meine Meinung dazu? Ist die klar genug? Könnte ich die auch deutlich machen? Wie? In welchem Artikel war noch mal die Untersuchung dazu?“

Schick, so ein runder Kopf! Karussellfahren macht aber nur Spaß mit EXIT-Option. Nix mehr mit Wohlfühl-Oase. Außerdem will ich ja nicht alleine fahren. Ich will mitmachen, ich will wirksam sein, entwickeln…ebenso, wie ich gesehen werden und Applaus haben will.

 

Also, wie komme ich da raus? Gar nicht so leicht und manchmal purer Stress. Das Problem: Andere Menschen können nicht in meinen Kopf schauen. Wie sollen sie wissen, ob ich bei ihnen bin? Ob ich interessiert bin,  ob ich involviert bin.

Sie sind an meiner Meinung interessiert, sie wollen diskutieren und im Zweifel auch streiten.

Liebende Ehemänner bleiben dran und fragen. Andere Menschen haben diese Motivation weniger. Ihnen fehlt die Geduld, das Interesse und manchmal auch der Mut in unseren Kokon einzudringen.
 

Ich weiß inzwischen, es geht nicht um besser und schlechter. Es geht um das Verständnis füreinander. Voneinander lernen und profitieren ist möglich und entspannt.
 

Die Wissenschaft belegt: Intro- und Extraversion ist angeboren und keine Angewohnheit.

 

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